(Landsberg am Lech, am 24. Juni 2026) Nach drei Jahren schwachen Wachstums und einer sich zuspitzenden Wohnungsnot steht Deutschland vor der Herausforderung, seine Wirtschaft nachhaltig zu beleben. Die Bauwirtschaft kann dabei eine zentrale Rolle spielen: Sie verbindet Wachstum, Beschäftigung und gesellschaftlichen Zusammenhalt wie kaum ein anderer Sektor. Die Arbeitgeberverbände der Bauwirtschaft haben im Schulterschluss mit der Gewerkschaft ein Positionspapier mit Vorschlägen für die Stärkung der Branche vorgestellt.
Norbert Kees, Obermeister der Bauinnung Landsberg am, Lech, unterstreicht die große Hebelwirkung dieser Forderungen für einen Konjunkturaufschwung in Bayern: „Die Bauwirtschaft ist mehr als ein Wirtschaftszweig – Investitionen in Wohnungsbau, Infrastruktur und Digitalisierung schaffen bleibende Werte und sichern die Zukunftsfähigkeit des Standorts Bayern. Wie wissenschaftliche Studien gezeigt haben, löst jeder in den Bau investierte Euro eine Erhöhung der Wirtschafsleistung um das 1,3 bis 1,5-fache aus – deutlich mehr als andere konsumorientierte Maßnahmen.“
Als konkrete Maßnahmen schlagen die Sozialpartner dabei Folgendes vor, damit die Bauwirtschaft ihre Wirksamkeit als Konjunkturlokomotive entfalten kann:
- KfW-Förderprogramm für klimafreundliche Neubauten (EH 55) verlängern und verbessern: Mit günstigen Zinsen und flexiblen Tilgungsmodellen sollen mehr Bauprojekte angestoßen werden.
- Sonderabschreibung (AfA) anpassen: Die Förderung für Mietwohnungsbau soll auf den Effizienzhaus-Standard 55 ausgedehnt werden.
- Bauüberhang aktivieren: Für die rund 453.000 genehmigten, aber noch nicht begonnenen Wohnungen sollen zeitlich befristete Sonderkonditionen gelten.
- Grunderwerbsteuer-Freibetrag und KfW-Nachrangdarlehen: Diese Instrumente erleichtern Haushalten mit mittlerem Einkommen den Erwerb von Wohneigentum.
- Sozialen und bezahlbaren Wohnungsbau ausweiten: Die Finanzmittel des Bundes und der Länder sollen verstetigt und ausgebaut werden.
- Infrastruktur modernisieren: Investitionen in Verkehr, Energie und Digitalisierung sind Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit und Standortattraktivität.
- Faire Wettbewerbsbedingungen sichern: Schwarzarbeit und Sozialdumping müssen konsequent bekämpft werden.
- Planungs- und Genehmigungsprozesse beschleunigen: Digitalisierung und bundesweite Anerkennung von Typengenehmigungen sind zentrale Hebel.
